Ebay: benutzer briefmarkenfreund-2012 betruegt dreist mit Ganzfaelschungen

Ein besonders schwerer Fall scheint mir briefmarkenfreund-2012. Dieser Anbieter verkauft Computerausdrucke und andere Ganzfälschungen bei Ebay als echt und ein Pusher spioniert die Gebote aus und bietet dann gerade unter dem Höchstgebot. Praktisch jeder Artikel des Anbieters ist so gepusht.

Ein paar Beispiele aus der Liste der Opfer der letzten 15 Tage (bitte als HTML-Seite abspeichern, da Profil bereits auf “privat” gestellt)

Bayern 1, Computerdruck, 161032206930

Hannoverbrief, Marken und Stempel aus dem Computerdrucker 161036562780

Weihnachtsblock, Ganzfälschung 161036580867

Potschta, Ganzfälschung 161036568341

Nothilfe 1928, Ganzfälschung 161036701695

Derart dreist habe ich das noch nicht gesehen. Bitte alle Artikel wegen pushens an Ebay melden. Je mehr melden, umso besser.

Werfen wir einen Blick auf den “Hannoverbrief”. Ein Vorphilsbrief wird mit zwei Computerdrucken bepappt und im Computerdrucker “bestempelt”. Pusher 2***2(privat) arbeitet sich mit unzähligen Geboten an das Höchstgebot heran, übertrifft es, um zu schauen, wie hoch es ist und storniert sein Höchstgebot. Sekunden später bietet er genau unter dem vorher abgegeben gewesenen Höchstgebot.

Das könnte wohl für einen begründeten Anfangsverdacht auf vorsätzlichen Betrug reichen.

Wie üblich wurde das Profil bei Ebay nach den Verkäufen auf “privat” gestellt. Die “Bayern 1” wurde von einem Ebayer mit fast 8000 Punkten gekauft. Ob der keinen Computerdruck erkennen kann?

bayern-ganzflschung-von-briefmarkenfreund-2012

briefmarkenfreund-2012-privat

hannoverbrief-flschung-gebotsspionage

briefmarkenfreund-2012-machwerk-aus-dem-computerdrucker

Der Gewinner der Auktion, der Privatbieter 1***1 scheint ein zufriedener Stammkäufer bei briefmarkenfreund-2012 zu sein, obwohl er durch Privatbieter 2***2 gepuscht wurde. Auch Privatbieter 1***1 scheint sich bei der Gebotsabgabe ab- und zu einmal zu vertippen und zieht Gebote zurück. Oder wurde hier die Variante mit zwei Puschern eingesetzt? Zwei Puscher treiben sich gegenseitig hoch, damit ein hoher Preis unbedarften Käufern ein wertvolles Stück suggeriert. Es ist psychologisch bewiesen, dass eine hohe Nachfrage “Futterneid” auslösen kann, und ein Sammler das Stück unbedingt haben will, nur weil es andere Sammler auch haben wollen.

Oder ist das ganze nur eine Geldwaschanlage, um einen plötzlichen Geldsegen auf dem eigenen Konto plausibel belegen zu können? Manche Zeitgenossen betätigen sich im Stillen als Hobbygärtner und verkaufen die getrockneten Extrakte ihrer Pflanzen für gutes Geld, was von der Obrigkeit in unserem Staate nicht gerne gesehen wird. Wenn man Pech hat, kommen die Herren in Blau vorzeitig zur Ernte. Und das Finanzamt wird wohl petzen, wenn man so ehrlich ist, und den Gewinn der Heimgärtnerei versteuern möchte (Provisionen an Dealer als Werbungskosten für den Vertrieb absetzen). Dann lieber Farbdrucke von Briefmarken an gute Freunde verkaufen, das ist vollkommen legal.

Und zur rechtlichen Seite hatte ich bereits am 28.02.13, 08:46:17 geschrieben:

Zitat von drmoeller_neuss:

Rechtlich gesehen ist ein Gebot auf ebay nichts anderes als eine einseitige Willenserklärung, für den angebotenen Artikel maximal den Betrag in Höhe des Gebots zahlen zu wollen.
Kommt mit dem Höchstbietenden nach Zeitablauf ein Kaufvertrag zustande, obwohl in der Historie dieser ebay-Auktion einige Willenserklärungen unwirksam sind? Zu prüfen ist lediglich, ob die Willenserklärung des Höchstbietenden rechtlich wirksam abgegeben wurde. Alle anderen Willenserklärungen verlieren nach dem Ablauf der Auktion ihre rechtliche Bindung. Deswegen spielt es auch keine Rolle, ob diese rechtlich unwirksam waren, weil sie z.B. von nicht geschäftsfähigen Personen (z.B. ein sechsjähriges Kind) abgegeben wurden. Die Frage, ob Puschen rechtlich zulässig ist, muss daher hier nicht diskutiert werden, solange der Puscher nicht versehentlich die Auktion selbst gewinnt.

Auch kann der Verkäufer nicht einfach einen unterlegenen Bieter verpflichten, den Artikel zu kaufen, wenn der Auktionsgewinner den Artikel nicht abnimmt. Der Verkäufer kann natürlich an unterlegene Bieter ein Angebot zum Kauf des Artikels unterbreiten. Ein Kaufvertrag kommt nur zustande, wenn der unterlegene Bieter das Angebot annimmt. Dazu ist er nicht verpflichtet. Der Verkäufer ist hingegen an sein Angebot an den unterlegenen Bieter gebunden.

Letztendlich spielt es aufgrund der abgegebenen Willenserklärung keine Rolle, ob ein angegebenes Gebot durch Pushen oder durch andere Bieter angenähert wird. Daher greift auch “Betrug” nicht, da das Vermögen des Käufers nicht geschädigt wird (im Gegenteil, der Käufer war ja sogar bereit, noch mehr zu zahlen)

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In den USA und Grossbritannien ist Puschen bereits rechtlich geahndet worden, da gegen die „Fair Trading Regulations“ verstossen wurde. Am besten, man verkauft nicht in diese Länder, wenn man auf seine eigenen Auktionen bietet

ebay könnte etwas dagegen haben, wenn Gebühren für die Option “Mindestpreis” umgangen werden. Das kann bis zum Ausschluss des Mitgliedes führen. In diesem Forum gibt es aber Stimmen, die meinen, ebay interessiert es nicht, wenn gegen die eigenen AGBs verstossen wird, solange die Provision fliesst.
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